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Kompliziertes Thema

Zwar hatte das US-Justizministerium grünes Licht für Sanktionen gegen die Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 gegeben, doch für US-Präsident Joe Biden gehe es dabei auch um die Verbündeten in Europa. Nach Trump versucht Biden die beschädigten Beziehungen zu kitten.Anzeige

US-Präsident Joe Biden hat sich erneut gegen die deutsch-russische Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 ausgesprochen. „Ich bin seit Langem gegen Nord Stream 2“, sagte Biden am Donnerstag im Weißen Haus. Auf die Frage, warum das Projekt nicht von den jüngsten US-Sanktionen gegen Russland betroffen ist, entgegnete der Demokrat: „Nord Stream 2 ist ein kompliziertes Thema, das unsere Verbündeten in Europa betrifft.“ Das Thema sei aber weiter auf dem Tisch. Besonders die Republikaner im Kongress drängen Biden dazu, weitere Sanktionen gegen Nord Stream 2 zu verhängen, um die Fertigstellung der Ostsee-Pipeline noch zu verhindern.

Die Nachrichtenseite „Politico“ berichtete, das US-Justizministerium habe im vergangenen Monat grünes Licht für Sanktionen gegen die Nord Stream 2 AG gegeben. Nach regierungsinternen Diskussionen sei das aber revidiert worden. Ein hochrangiger Regierungsvertreter sagte nach Angaben von „Politico“, man befinde sich in einer schwierigen Lage. Einerseits wolle man die unter Bidens Vorgänger Donald Trump beschädigten Beziehungen zu Deutschland kitten. Andererseits gebe es Druck aus dem Kongress, Sanktionen zu verhängen.

Die Biden-Regierung hat neue Strafmaßnahmen gegen Nord Stream 2 bislang bloß angedroht, aber nicht umgesetzt. Bislang haben die USA wegen Nord Stream 2 lediglich Sanktionen gegen die russische Betreiberfirma eines Verlegeschiffes verhängt – diese Strafmaßnahmen hatte im Januar noch die Regierung des Republikaners Trump verkündet. Als Vergeltung für Moskau zugeschriebene Hackerangriffe und Einmischungen in die US-Wahlen verhängten die USA am Donnerstag eine ganze Reihe neuer Sanktionen gegen Russland.

Nord Stream 2 zählt seit Jahren zu den Hauptstreitpunkten in den deutsch-amerikanischen Beziehungen. Daran hat auch der Regierungswechsel in Washington im Januar nichts geändert. Die USA befürchten eine zu starke Abhängigkeit Europas von russischem Gas und wollen das Projekt mit Sanktionen stoppen. Befürworter der Pipeline halten den Amerikanern entgegen, sie seien nur auf bessere Absatzchancen für ihr Flüssiggas in Europa aus.

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